Psychoanalyse - eine Übersicht

Die Psychoanalyse wurde in den 1890er Jahren von Sigmund Freud, einem österreichischen Wissenschaftler, begründet. Aus ihr entwickelte sich im Laufe der Dekaden eine ganze Vielzahl an Theorien und Forschungszweigen, die unter dem Begriff der Tiefenpsychologie zusammengefasst werden und Gegenstand fortlaufender Entwicklungen sind. Sigmund Freud erforschte die Mechanismen des Unbewussten. Er befasste sich mit den Emotionen und nicht offensichtlichen Antrieben des Menschen, seiner innersten Motivation für Handeln und Kommunikation. Dabei stieß er auf die Dreiteilung des menschlichen Innenlebens und unterschied fortan zwischen den animalischen Trieben, dem balancierten Ich und dem perfektionistischen und moralisch getriebenen Über-Ich. Diese drei Komponenten sind dem Menschen in seinem Handeln jedoch nicht bewusst, sie sind im Unterbewusstsein verborgen. Fortan erforschte Freud in der Tiefe der menschlichen Seele die Hintergründe des Handelns und Denkens - daher der Begriff der Tiefenpsychologie. Oberflächliche, also bewusste Gedankengänge mussten auf die Seite geschoben werden, um in die tieferen Schichten der menschlichen Seele vorzudringen.

Die Psychoanalyse Freuds und die Errungenschaften der Tiefenpsychologie werden immer dann nachvollziehbar, wenn ein Therapeut Familienaufstellungen vornimmt, Assoziationen machen lässt und mithilfe indirekter Fragen oder gar Hypnose versucht, den Ursachen einer Störung oder einer Verhaltensweise auf den Grund zu gehen. Entspannungspädagogen arbeiten mit den Methoden der Tiefenpsychologie genauso wie Personaler bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter, und selbst die Werbung macht sich Erkenntnisse der Tiefenpsychologie zunutze. Hypnose ist vom Partyspaß bis hin zu Zaubershows und Rauchentwöhnung nicht mehr wegzudenken aus dem Alltag, und in der Therapie von Traumata, Burn-Out und anderen einschneidenden Erlebnissen wird behutsam mit der Tiefenpsychologie gearbeitet. Dabei kann die Psychoanalyse selbst nicht heilen, sondern beschränkt sich auf Diagnostik und Bewusstmachen des Unbewussten. Häufig genug setzt der Heilungsprozess bei Patienten und Betroffenen von ganz alleine ein, wenn das Problem erst einmal beim Namen genannt ist. Auch die Traumdeutung gehört zu den Methoden der Psychoanalyse.